Das Potenzial der biologischen Abwasserbehandlung ist in vielen Industriekläranlagen noch nicht ausgeschöpft. Durch gezielte Untersuchungen, Simulationen und biotechnologische Ansätze verbinden wir am Fraunhofer IGB Biologie mit Technik.
Mit unserer Expertise und Ausstattung optimieren wir biologische Behandlungsverfahren für die Elimination von Schadstoffen, die sich unter normalen Bedingungen nur schwer biologisch abbauen lassen.
Dazu untersuchen wir die biologische Abbaubarkeit nach OECD-Standards, unter anderem mittels Zahn-Wellens-Tests. Hier können wir bereits in kleinem Maßstab und innerhalb kurzer Zeit erste Einschätzungen zum Potenzial verschiedener Maßnahmen ableiten.
Im nächsten Schritt können Versuche in einem größeren Maßstab (20 L, 200 L) in unseren Sequencing Batch Reaktoren (SBR) durchgeführt werden. Begleitend können wir am Institut die Auswirkungen der identifizierten Maßnahmen auf die biologische Abbaubarkeit simulieren.
Abgeleitete Maßnahmen umfassen beispielsweise eine geänderte Belüftung, geänderte Verweilzeiten oder die Zugabe von Nährstoffen oder anderen Behandlungszusätzen. Mit unserer umfassenden analytischen Ausstattung überwachen wir – je nach Bedarf – wichtige Parameter wie TOC, Nährstoffe oder Schwermetalle.
Isolierung und Kultivierung spezialisierter Mikroorganismen
Mikroorganismen, insbesondere Bakterien, sind sehr anpassungsfähig. Unter den richtigen Bedingungen können sich Bakteriengemeinschaften entwickeln, die in der Lage sind, die schwer abbaubaren Substanzen zu verstoffwechseln.
Mit unserer mikrobiologischen Expertise sind wir in der Lage, diese Bakterien zu identifizieren, zu isolieren und bei Bedarf zu kultivieren. Zusätzlich haben wir die labortechnischen Voraussetzungen für eine spezifische Stammentwicklung zum Abbau von Stoffen. So können spezialisierte Bakterien, die einen bestimmten Schadstoff abbauen können, als Inokulum in bestehende biologische Gemeinschaften integriert werden und so die Reinigungsleistung bezüglich spezieller Stoffe nachhaltig erhöhen.