Der enorme Zuwachs an wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten zwei Jahrzehnte in den Life Sciences hat unser Wissen über die molekularen Ursachen von Erkrankungen erheblich verbessert. Sind die molekularen Ursachen einer Erkrankung erkannt, so kann nach Möglichkeiten gesucht werden, die der Erkrankung zugrunde liegenden Fehlfunktionen zu korrigieren.
Biomarker – Schlüssel für die Präzisionsmedizin
Erkrankte Zellen oder Gewebe zeichnen sich durch bestimmte molekulare Merkmale aus, sogenannte Biomarker, die sie von gesunden Zellen und Geweben unterscheiden. Die Präzisionsmedizin, auch individualisierte oder personalisierte Medizin genannt, macht sich das Wissen um diese charakteristischen molekularen Merkmale zunutze. In der Klinik werden die Biomarker, beispielsweise des Tumors eines Patienten, durch unterschiedliche diagnostische Verfahren bestimmt und für die Therapieplanung genutzt.
Ziel der Präzisionsmedizin ist es, die medizinische Versorgung von Patienten möglichst spezifisch auf ihre Erkrankung auszurichten, um diese effektiver und zugleich nebenwirkungsärmer behandeln zu können. Neue Technologien ermöglichen es dabei, sowohl präzisere Diagnosen in der Klinik zu stellen als auch präzisere Therapien für Erkrankungen zu konzipieren. An der Entwicklung dieser Technologien und der Umsetzung in die Praxis arbeitet das Fraunhofer IGB.
Für eine Reihe von Erkrankungen existieren heute bereits präzise Behandlungsmöglichkeiten, die eine Genesung auch in Fällen ermöglichen, die bislang nicht denkbar war. So bestimmt in vielen klinischen Zentren die systematische molekulare Analyse maligner Tumoren auf spezielle Biomarker mittels Genetic Profiling mittlerweile die primäre Diagnostik, die Vorhersage der Reaktion maligner Zellen auf Krebsmedikamente sowie die Prognoseabschätzung und Therapieplanung.