Unsere Technologien zur Herstellung und Modifizierung von Biopolymeren
Um in Zukunft fossilbasierte Polymere durch Biopolymere ersetzen zu können, müssen bestehende Prozesse optimiert, neue effiziente Prozesse etabliert und diese zu ganzheitlichen Wertschöpfungskreisläufen zusammengefügt werden.
Durch Erforschung unterschiedlicher Rohstoffnutzungswege und verschiedener Synthesestrategien sind wir am Fraunhofer IGB in der Lage, diverse chemische Zwischenprodukte zur Polymersynthese auf Basis von Biomasse herzustellen. Dies erfolgt beispielsweise über innovative biotechnologische oder chemische Konversionen von Biomassebestandteilen wie Kohlenhydraten oder Lignin. Die Spanne reicht dabei von sogenannten Drop-in-Verbindungen, also molekularidentischen Produkten, bis hin zu Biokunststoffen mit teilweise neuen Eigenschaftsprofilen, z. B. Polymilchsäure und andere biobasierte Polyester. Auch indem wir Prozesse zur Aufreinigung verschiedener biobasierter Monomere und Biopolymere entwerfen und optimieren, tragen wir am Fraunhofer IGB zur Entwicklung neuartiger biobasierter Kunststoffe bei.
Im Zuge es weiteren Wertschöpfungszyklus kann das chemisch oder biotechnologisch hergestellte Polymer dann auch mit anderen Polymeren oder Additiven verbunden werden, um die Materialeigenschaften für die späteren Kunststoffbauteile anzupassen. Beispiele dafür sind etwa Weichmacher, Flammschutzmittel, Stabilisatoren, aber auch (Natur-)Fasern oder biobasierte Carbonfasern. Nach der sogenannten Compoundierung – also der Mischung − lassen sich die biobasierten Kunststoffe dann zu Folien, Formkörpern oder Bauteilen verarbeiten. Grundsätzlich können dabei alle herkömmlichen Verarbeitungstechnologien für klassische fossilbasierte Kunststoffe eingesetzt werden, wobei die Werkstoffeigenschaften der biobasierten Kunststoffe in den meisten Fällen eine spezifische Anpassung der Prozessparameter nötig machen.
Biopolymere wie Gelatine oder Chitosan können auch einfach funktionalisiert werden, um deren Eigenschaften an die jeweiligen Anwendungen anzupassen. Wir verwenden dabei chemische Vernetzungstechnologien zum Aufbau von gewebeähnlichen Hydrogelen. Durch die kontrollierte Vernetzung erhalten wir Hydrogele mit einstellbaren mechanischen und biologischen Eigenschaften. Hydrogele spielen für eine beträchtliche Anzahl von biotechnischen Entwicklungen oder Anwendungen in der Medizin eine Rolle, z. B. für Membranen, Implantate, Biosensoren oder das Tissue Engineering.
Am IGB arbeiten wir daran, Technologien zur Herstellung und Modifizierung von Biopolymeren zu verbessern und neue Polymerbausteine hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften wie auch einer wirtschaftlichen Herstellung zu testen, zu evaluieren und zu optimieren.