Kreislaufwirtschaft: Nutzung von Abwasser, Abfall und Abgas

Für die Transformation zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sind neue Verfahren zur Nutzbarmachung von Rest- und Abfallstoffen erforderlich. Das Fraunhofer IGB entwickelt Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Inhaltsstoffe aus Abwasser, Abfall und Abgas – vom Labor- über den Technikums- bis zum Pilotmaßstab. Mit seinem Know-how zur Digitalisierung und Skalierung von Prozessen sowie eigenen Pilotanlagen unterstützt das Fraunhofer IGB Start-ups, KMU sowie Kommunen, Stadtwerke und Zweckverbände bei der Umsetzung neuer Technologien. 

Entwicklung, Pilotierung und Markteinführung nachhaltiger Verfahren zur Nutzung und Rückgewinnung von Reststoffen

Bisher werden in der Industrie und in den Kommunen anfallende Nebenprodukte oder Abfälle häufig noch entsorgt. In einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft stellen Rest- und Abfallstoffe dagegen eine wichtige Ressource dar.

  • Kohlenstoff darf nicht mehr aus fossilen Ablagerungen in die Atmosphäre freigesetzt werden, sondern muss im Kreislauf geführt und möglichst in Wertstoffen gebunden werden.
  • Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor müssen ebenfalls im Kreislauf geführt werden, und zwar mit minimalem Energieverbrauch und ohne die Umwelt negativ zu beeinflussen (keine Überdüngung, Eutrophierung).
  • Rückgewinnung und Recycling sind für eine Kreislaufwirtschaft essenziell. Um dies wirtschaftlich und effizient zu ermöglichen, ist einerseits ein intelligentes Management (z. B. Vermeiden von Verunreinigungen bzw. Verdünnungen), andererseits gute Verfahrenstechnik (Stofftrennung, Aufreinigung, Umwandlung etc.) notwendig.
  • Angesichts der Endlichkeit fossiler und biologischer Rohstoffe wird es für Unternehmen, Kommunen und Staaten immer wichtiger, vorhandene Ressourcen effizienter und intelligenter zu nutzen und Inhaltsstoffe nach dem Ansatz der Kreislaufwirtschaft für eine stoffliche oder energetische Nutzung zurückzugewinnen.
In der AmmoRe-Pilotanlage wird auf der Kläranlage Erbach im Projekt RoKKa Ammonium aus dem Schlammwasser als Ammoniumsulfatlösung zurückgewonnen.
© Fraunhofer IGB
Pilotanlage zur Rückgewinnung von Stickstoff aus Abwasser

Fraunhofer IGB – Partner bei der Nutzung von Rest- und Abfallstoffen als Sekundärrohstoffe

Reststoffe, Abfälle, Abwässer sowie Abluft aus der Verbrennung können zwar genutzt und zu sogenannten Sekundärrohstoffen aufgearbeitet werden, sie sind aber im Normalfall stark verunreinigt bzw. die nutzbaren Wertstoffe sind miteinander vermischt oder verdünnt. Dies hat lange Zeit dazu geführt, dass man sie lieber deponiert oder verbrannt hat – und somit auf eine Aufreinigung verzichten konnte. Es wird aber zunehmend klar, dass sich unsere Gesellschaft diese Art der Entsorgung nicht mehr leisten kann. 

 

Selektive Trennung als Schlüssel zur Kreislaufführung

Daher werden innovative Verfahren benötigt, welche die Kreislaufführung auch von komplexeren Gemischen ermöglichen. Damit Inhaltsstoffe aus einer äußerst komplexen Matrix herausgelöst und zurückgewonnen werden können, bedarf es einer spezifischen Aufbereitung.

Die möglichst selektive Trennung ist ein weiterer entscheidender Schritt für die Nutzung von sekundären Rohstoffen. Die Schritte der Stofftrennung sind bisher aufwendig und bestimmen daher wesentlich die Betriebskosten, aber auch die Nachhaltigkeit der Prozesse. Um dieses Problem zu lösen, entwickelt das Fraunhofer IGB Verfahren, welche die Energie- und Kosteneffizienz im Vergleich zu etablierten Prozessen erheblich steigern oder die selektive Trennung bestimmter Abfallstoffe erst ermöglichen.

 

Skalierung und Pilotierung als Brücke zum Markt

Bei der Erschließung sekundärer Stoffströme für die Transformation zu einer grünen, bioökonomischen Wirtschaft spielt die Skalierung eine Schlüsselrolle. Neue Verfahren müssen nicht nur im kleinen Maßstab funktionieren, sondern auch auf industriellem Niveau. Pilotanlagen unterstützen bei der Skalierung von Recyclingprozessen und damit bei der Markteinführung neuer sekundärer Produkte.

Das Fraunhofer IGB ist Partner für Kommunen und Industrieunternehmen, um Reststoffe zu nutzen und gleichzeitig Abfälle zu minimieren. Seit über 40 Jahren entwickelt das Institut Verfahren für die Aufbereitung von Abfall und Wasser – von den verfahrenstechnischen Grundlagen über den Technikumsmaßstab bis hin zur großtechnischen Anlage. Dabei unterstützen wir mit unserem Know-how und unserer Expertise auch bei der Digitalisierung von Prozessen, der technischen Realisierung und Inbetriebnahme der Anlagen als auch bei Fragen zur Prozesssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Darüber hinaus stellen wir mit unseren eigenen Pilotanlagen modernste Infrastruktur und Apparatetechnik zur Verfügung. Damit sparen Sie nicht nur Kosten, sondern reduzieren auch Entwicklungsrisiken.

Entwicklung und Skalierung vom Technikums- bis zum Industriemaßstab

Profitieren Sie von Know-how und Infrastruktur

In unseren Labors und Technika untersuchen wir Grundlagen, wie die Torrefizierung oder Vergärbarkeit verschiedener biogener Reststoffe und Möglichkeiten zur Rückgewinnung von Nährstoffen, und entwickeln Konzepte für die großtechnische Umsetzung.

Für einige Verfahren stehen Pilotanlagen zur Verfügung, um sie entweder in unseren Technika oder aber direkt vor Ort an Standorten, an denen Abfälle anfallen, einzusetzen und zu erproben.

Zudem gehören die Planung, die Auslegung und der Bau von Pilot- und Demonstrationsanlagen für spezifische Anwendungen zu unserem Leistungsspektrum. Für großtechnische Anlagen werden das Basic- und Detail-Engineering durch unsere industriellen Partner aus dem Anlagenbau bewerkstelligt.

Vom Labor zum großtechnischen Maßstab: Neu entwickelte Verfahren werden stufenweise auf einen größeren Maßstab übertragen. Die Skalierung resultiert in unterschiedlich dimensionierten Anlagen mit jeweils größeren Aufbereitungskapazitäten.

So arbeiten Sie mit uns zusammen

Unterstützung bis zur Markteinführung

Das Fraunhofer IGB entwickelt neue Prozesse und unterstützt Unternehmen mit seiner Expertise und seiner technischen Ausstattung ebenso bei der Skalierung der Verfahren sowie der Auslegung und dem Bau von Pilotanlagen: von der technischen Realisierung und Inbetriebnahme bis hin zu Fragen der Prozesssicherheit, Regulierungsfragen, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Darüber hinaus stellen wir Ihnen modernste Infrastruktur und Apparatetechnik mit unseren eigenen Pilotanlagen zur Verfügung. Damit sparen Sie nicht nur Kosten, sondern reduzieren auch Entwicklungsrisiken.

Entwicklung und Pilotierung im Kundenauftrag

Wir übertragen Ihre Prozesse in den Pilotmaßstab

  • Auswahl des passenden Equipments
  • Prozessauslegung für optimales Ineinandergreifen aller Prozessschritte
  • Optimierung im Hinblick auf Produktausbeute und -qualität, Material- und Energieeffizienz
  • Unterstützung bis zur Inbetriebnahme im Unternehmen / Übergabe an einen Lohnfertiger oder bis zur Anlagenauslegung
 

Digitalisierung von Prozessen und Anlagenbau

Für die technische Realisierung von Demonstratoren und Prototypen stellt ein Team von Experten der Bereiche Maschinenwesen, Elektrotechnik und Informatik ein umfassendes Portfolio ingenieurwissenschaftlicher Kompetenzen und Methoden zum Engineering bereit. Unser Angebot reicht von der Planung und Konstruktion von Bauteilen und Anlagen im Labor- und Technikumsmaßstab bis zum Aufbau von Pilot- und Prototypanlagen zur Validierung der industriellen Eignung sowie der Integration in vorhandene Anlagen- und Prozesssysteme.

 

Cométha: Innovationspartnerschaft SIAAP/Syctom

Behandlung organischer Abfälle und Klärschlämme im Großraum Paris

Das Fraunhofer IGB ist Partner eines deutsch-französischen Konsortiums zur Pilotierung der Behandlung von organischen Abfallstoffen im Großraum Paris. Die Pilotanlage nutzt eine innovative Verfahrenskombination, welche im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren eine höhere Biomethanausbeute erreicht und Nährstoffe zurückgewinnt. Ende 2024 wurde die Pilotanlage in Paris in Betrieb genommen.

Fraunhofer-Pilotanlagen als Brücke zur Umsetzung

Sie nutzen unser Know-how und unsere Pilotanlagen zur Optimierung Ihrer Prozesse.

Wir verfügen über Pilotanlagen, teilweise auch mobil, für die Erprobung von Verfahren in unseren Technika oder bei Ihnen vor Ort.

  • Durch die Zusammenarbeit mit uns ersparen Sie sich Investitionen in eigene Pilotanlagen.
  • Die Nutzung bereits existierender Pilotanalagen erspart Ihnen Zeit, sodass die Markteinführung wesentlich beschleunigt wird.
  • Sie brauchen kein Personal für den Betrieb der Anlagen abstellen.
  • Wir unterstützen Sie bei der Identifizierung von Fördermaßnahmen, etwa im Rahmen der Ausschreibung »Industrielle Bioökonomie« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Anwendungsbeispiel: Hochlastfaulung zur Vergärung organischer Reststoffe

Eine sinnvolle Möglichkeit, komplexe Abfallströme wie Klärschlamm, Gülle, Bioabfall oder andere organische Reststoffe zu nutzen, besteht in der Vergärung der organischen Substanz mittels Hochlastfaulung. Das am IGB zur Effizienzsteigerung bei der Klärschlammfaulung entwickelte Verfahren zeichnet sich durch einen wesentlich verbesserten Wirkungsgrad, kurze Verweilzeiten und hohen Abbaugrad gegenüber herkömmlichen Faulungen aus, verbunden mit einer wesentlich erhöhten Ausbeute an Biogas als regenerativer Kohlenstoff- und Energiequelle. Hochlastfaulungen werden hinsichtlich ihrer Integration in den Gesamtprozess der Schlammbehandlung einer Kläranlage individuell dimensioniert und ausgeführt. Für die erfolgreiche Realisierung einer Hochlastfaulung untersuchen wir die Vergärbarkeit, z. B. des Rohschlammes, im Hochlastbetrieb zuvor im Technikumsmaßstab.

Bei Bedarf können wir das Verfahren der Hochlastfaulung auch zunächst im Pilotmaßstab auf der Kläranlage umsetzen und vor Ort betreiben. 

 

Anwendungsbeispiel: Rückgewinnung von Nährstoffen 

Nährstoffe sind als Hauptbestandteile von Düngemitteln unverzichtbar für die weltweite Nahrungsmittelproduktion. Bisher werden sie mit der Ernte der Pflanzen aus dem Agrarökosystem entfernt. Dabei sind nicht nur Gülle und Gärreste, sondern auch kommunale Abwässer und Reststoffe der Lebensmittelindustrie reich an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Calcium. Das Fraunhofer IGB hat verschiedene Technologien und Verfahren entwickelt, um wertvolle Nährstoffe aus landwirtschaftlichen und kommunalen Reststofffraktionen zurückzugewinnen und zu pflanzenverfügbaren Düngern aufzuarbeiten.

Gerne untersuchen wir, wie sich Nährstoffe auch aus Ihren Reststoffen zurückgewinnen lassen.

 

Torrefizierung lignocellulosehaltiger Reststoffe

Für Untersuchungen zur energetischen und stofflichen Nutzung lignocellulosehaltiger Biomasse steht am IGB eine Pilotanlage zur Torrefizierung mit überhitztem Wasserdampf (superheated steam, SHS) zur Verfügung. Das zu trocknende oder zu torrefizierende Material wird in der SHS-Atmosphäre konvektiv mit Wärme versorgt, freigesetzte flüchtige Verbindungen können dabei für eine Weiterverarbeitung und Nutzung kondensiert werden.

 

Pilotanlage zur Hochlastfaulung auf Kläranlagen

Für die erfolgreiche Realisierung einer Hochlastfaulung untersuchen wir die Vergärbarkeit, z. B. des Rohschlammes, im Hochlastbetrieb zuvor im Technikumsmaßstab. Bei Bedarf können wir das Verfahren der Hochlastfaulung auch zunächst im Pilotmaßstab auf der Kläranlage umsetzen und vor Ort betreiben. 

 

ePhos®: Elektrochemische Rückgewinnung von Phosphor

Mit ePhos® werden die Stoffe in einem elektrochemischen Prozess als pflanzenverfügbares Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP, Struvit) – ausgefällt ohne Zugabe von Chemikalien. Struvit ist ein hochwertiger Langzeitdünger und kann in der Landwirtschaft direkt als Düngemittel eingesetzt werden. Gerne untersuchen wir die Phosphorrückgewinnung mit Ihrem Abwasser an unserer Pilotanlage.

 

Rückgewinnung von Stickstoff aus Abwasser

Für die Rückgewinnung von Ammonium aus stickstoffreichem kommunalem Abwasser untersuchen wir den Prozess der chemischen Transmembranabsorption. Gasförmiges Ammoniak diffundiert über eine hydrophobe Membran und wird in einer absorbierenden Lösung als Ammoniumsulfat gebunden. Mit unserer Pilotanlage untersuchen wir, wie sich Ammonium aus Ihrem Stoffstrom für den Einsatz als Düngemittel zurückgewinnen lässt.

 

Biologische Behandlung schwer abbaubarer Industrieabwässer

Wir optimieren biologische Behandlungsverfahren zur Elimination von Schadstoffen. Dazu untersuchen wir die biologische Abbaubarkeit nach OECD-Standards zunächst im Labor. Identifizierte Maßnahmen verifizieren wir in einem größeren Maßstab (20 L, 200 L) in unseren Sequencing Batch Reaktoren (SBR) und simulieren die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Abbaubarkeit. 

 

Insektenbioraffinerie-Pilotanlagenkomplex

Für die Insektenmast besitzen wir eine Genehmigung, um tierische Nebenprodukte (Fisch, Fleisch) als Substrat für die Larven verwenden zu können. Gerne testen wir Abfälle und Reststoffe im Kundenauftrag oder im Verbund mit Partnern und untersuchen deren Verwertbarkeit durch die Larven, analysieren die Primärfraktionen Fett, Protein und Chitin und wandeln diese zu Fettsäureestern, Biotensiden, Seifen, Proteinhydrolysaten und Chitosan um.

Geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Wir demonstrieren neue Prozesse in einem geförderten (Verbund-)Projekt.

  • Identifizierung geeigneter Fördermaßnahmen und notwendiger Partner
  • Ausarbeiten von Projektstrukturen
  • Mögliche Koordination von Verbundvorhaben
  • Skalierung in bestehenden Anlagen oder Konzeptionierung und Neubau dezidierter Anlagen
  • Gemeinsame Vermarktung und Lizenzierung bei geteilter IP

Entwicklungsbeispiele: Pilotanlagen zur Demonstration von Abfall- und Abwasser-Bioraffinerien

Mithilfe von Bioraffinerien lassen sich organische Reststoffe auf verschiedenste Art stofflich verwerten. Das Prinzip einer Bioraffinerie weist – bis auf die verwendeten Rohstoffe – Ähnlichkeiten mit dem einer Erdölraffinerie auf, in der ein komplex zusammengesetzter Rohstoff in einzelne Fraktionen oder Komponenten getrennt wird.

Durch die biotechnologische, chemische, elektrochemische oder thermische Umwandlung von Reststoffen nach dem Prinzip einer Bioraffinerie können so unterschiedliche wertschöpfende Produkte hergestellt werden: Basischemikalien und Biowasserstoff, Algenbiomasse und Biokohle, hochwertige organische Dünger u. v. m.

Für die Demonstration in einem größeren Maßstab haben wir verschiedene Verfahren erstmals in Pilotanlagen kombiniert und unter realen Bedingungen erprobt.

Ausgewählte aktuelle Beispiele für die Zusammenarbeit in Verbundprojekten finden Sie unten. Ein Großteil dieser Projekte wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE im Rahmen der Fachinitiative »Bioökonomie – Bioraffinerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser − Bio-Ab-Cycling« gefördert.

Um die entwickelten Technologien und Verfahren in die Anwendung zu bringen und anfallendes Abwasser und Abfälle als Rohstofflieferant nutzen zu können, stehen die Pilotanlagen am IGB zur Nutzung bereit.

 

Oktober 2021 – Oktober 2024

RoKKa

Rohstoffquelle Klärschlamm und Klimaschutz auf Kläranlagen

RoKKa zeigt, dass Kläranlagen mit neuen Verfahren Reststoffe in Abwasser nutzen und zur Kreislaufwirtschaft beitragen können: Auf der Kläranlage der Stadt Erbach wurden Pilotanlagen betrieben, um Phosphor und Stickstoff für die Düngemittelproduktion zurückzugewinnen, CO2 als Rohstoff zu nutzen und Lachgasemissionen zu reduzieren.

 

 

Oktober 2021 – Oktober 2024

KoalAplan

Kommunales Abwasser als Quelle für Ammoniumstickstoff, Wasserstoff und Bioplastik – Bioraffinerie Büsnau

Auf dem Lehr- und Forschungsklärwerk der Universität Stuttgart werden aus Abwasser mittels Bioraffinerie-Prozessen drei Produkte gewonnen. Hierzu wurde ein Hydrolysat aus partikulärem Kohlenstoff gewonnenn, das reich an organischen Säuren ist. Am IGB wurde das Hydrolysat zu mikrobiellen Polyhydroxyalkanoaten (PHA) umgewandelt.  

 

 

Oktober 2021 – Oktober 2024

SmartBioH2-BW

Biowasserstoff aus industriellen Abwasser- und Reststoffströmen als Plattform für vielseitige Biosynthesewege

Am Industriestandort von Evonik in Rheinfelden wurde eine Bioraffinerie aufgebaut, die Spülwässer und Reststoffe nutzt. Mithilfe zweier gekoppelter biotechnologischer Verfahren (Mikroalgen und Purpurbakterien) entstehen daraus grüner Wasserstoff und organische Grundstoffe.

 

 

Oktober 2021 – Oktober 2024

BW2Pro

Biowaste to Products

In einer Bioabfallraffinerie auf dem Gelände der kommunalen Biogasvergärungsanlage der Abfallwirtschaft Rems-Murr AöR (AWRM) in Backnang wurde Bioabfall zu Produkten und neuen Rohstoffen wie Fasern, Blumentöpfen, Dünger und Biogas verarbeitet. Das IGB erarbeitete Verfahren zur Nährstoffrückgewinnung und Produktion von mikrobiell synthetisierten Biopolymeren (PHBV).

 

Oktober 2021 – Oktober 2024

InBiRa

Insektenbioraffinerie: Von der Verwertung organischer Reststoffe und Abfälle bis hin zur Herstellung von Produkten

Erstmals wurde eine Insektenbioraffinerie gebaut, in der Abfall- und Restströme in neue hochwertige Produkte umgewandelt werden. Möglich machen es die Insektenlarven der schwarzen Soldatenfliege. Die Larven bestehen aus Proteinen, Fetten und Chitin, woraus neue Produkte hergestellt werden können.

 

 

August 2021 – Juli 2025

H2Wood – BlackForest

Biointelligente Wasserstoff-Erzeugung aus Holz und Altholz im Schwarzwald

Um Holzabfälle als lokale Ressource zur dezentralen Herstellung von Biowasserstoff zu erschließen, wird das Potenzial von Holzabfällen für die Erzeugung von Wasserstoff und dessen Nutzung untersucht. Hierzu entwickeln wir zwei Verfahren zur biotechnologischen Erzeugung von Wasserstoff und demonstrieren sie in einer integrierten Pilotanlage.

Kontakt

Marius Mohr

Contact Press / Media

Dr.-Ing. Marius Mohr

Abteilungsleiter Wassertechnologien, Wertstoffgewinnung und Scale-up

Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
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